Landtagswahlen Saarland, Sachsen, Thüringen 2009
Ich habe ein paar Umfragen aus dem letzten halben Jahr aggregiert, um zu sehen, wie die Landtagswahlen am Sonntag ausgehen könnten. In jedem Fall lag die Gesamtzahl der Befragten knapp über 10000.
Sämtliche zugrundegelegten Zahlen und Informationen habe ich auf der Seite http://www.wahlrecht.de gefunden, die eine erfreulich komplette Sammlung an Umfrageergebnissen und Informationen z.B. zu den Sitzzuteilungsverfahren liefert.
Folgendes Ergebnis ergibt sich für das Saarland (Sitze nach d'Hondt, mit Hare-Niemeyer verlöre die SPD einen Sitz, die FDP gewänne einen Sitz -- keine Überhangmandate, da reine Verhältniswahl):
| Saarland | CDU | 39% | 21 |
| Sitze | (-6 Sitze) |
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| SPD | 25% | 14 |
| Sitze | (-4 Sitze) |
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| Grüne | 6% | 3 |
| Sitze | (+-0 Sitze, oder +1, wenn man einen Fraktionsaustritt in der laufenden Legislaturperiode berücksichtigt) |
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| FDP | 7% | 3 |
| Sitze | (+-0 Sitze) |
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| Linke | 19% | 10 |
| Sitze | (+10 Sitze) |
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| Sonstige | 4% |
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Das bedeutet, dass es im Saarland vermutlich zu einer Rot-Rot-Grünen Regierung kommen wird mit einem Ministerpräsidenten Heiko Maas von der SPD. Diese Konstellation hat einen Sitz mehr, als sie zur absoluten Mehrheit von 26 Sitzen benötigen würde. Denkbar sind aufgrund der Prognose auch eine große Koalition (35 Sitze) und eine Jamaika-Koalition (27 Sitze). Etwas anderes kommt nicht in Frage. Ganz sicher ist also noch bei keiner Partei, ob sie nach der Wahl an der Regierung beteiligt sein wird.
Für Sachsen ergibt sich (Sitze nach d'Hondt, Überhang- und Ausgleichsmandate wurden nicht berücksichtigt, bei Hare-Niemeyer verlören CDU und Linke einen Sitz, FDP und Grüne gewännen einen):
| Sachsen | CDU | 41% | 53 |
| Sitze | (-2 Sitze) |
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| SPD | 14% | 18 |
| Sitze | (+5 Sitze) |
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| Grüne | 6% | 7 |
| Sitze | (+1 Sitz) |
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| FDP | 11% | 11 |
| Sitze | (+4 Sitze) |
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| Linke | 19% | 25 |
| Sitze | (-6 Sitze) |
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| NPD | 5% | 6 |
| Sitze | (-10 Sitze (davon durch Fraktionsaustritte bereits 4 während der laufenden Legislaturperiode verloren)) |
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| Sonstige | 4% |
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In Sachsen ist mit einer komfortablen Mehrheit (3 Sitze mehr als die benötigten 61) eine schwarz-gelbe Regierung möglich. Theoretisch denkbar ist auch eine Fortsetzung der "großen" Koalition (71 Sitze). Falls die NPD nicht in den Landtag käme, wäre auch schwarz-grün eine Option (64 Sitze). Den Ministerpräsidenten wird aber allem Anschein nach in jedem Fall die CDU mit Stanislaw Tillich stellen.
Für Thüringen ergibt sich (Sitze nach Hare-Niemeyer, Überhang- und Ausgleichsmandate wurden nicht berücksichtigt):
| Thüringen | CDU | 37% | 35 |
| Sitze | (-10 Sitze) |
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| SPD | 19% | 18 |
| Sitze | (+3 Sitze) |
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| Grüne | 5% | 5 |
| Sitze | (+5 Sitze) |
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| FDP | 8% | 7 |
| Sitze | (+7 Sitze) |
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| Linke | 24% | 23 |
| Sitze | (-5 Sitze) |
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| Sonstige | 6% |
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In Thüringen sieht es am spannendsten aus: Die absolute Mehrheit der CDU wird wie im Saarland nicht bestehen und es reicht für eine Rot-Rot-Grüne Koalition (46 Sitze) mit Ministerpräsident Bodo Ramelow -- aber nur, wenn die Grünen es in den Landtag schaffen. Sonst ist eine schwarz-gelbe Koalition (45 Sitze) sehr knapp möglich, mit Dieter Althaus an der Spitze. Theoretisch denkbar sind eine "große" Koalition (53 Sitze) und eine Jamaika-Koalition (47 Sitze), sofern die Grünen in den Landtag einziehen. Wie im Saarland kann also in Thüringen keine Landtagspartei sicher sein, ob sie an der neuen Regierung beteiligt ist.
Zu beachten ist, dass sich Umfrageinstitute bisweilen stark verschätzen, was Korrekturen der Umfrage-Rohdaten angeht. Außerdem sind Stichproben manchmal systematisch fehlerbehaftet, was zu weiteren kaum absehbaren Fehlern führen kann.
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